Geographische Schwerpunkte

Geographisch umfasst das Projekt vier Regionen, die alle an jener Grenze liegen, die den europäischen Kontinent in West- und Osteuropa trennt bzw. die die beiden Teile verbindet. Diese Grenze hat mehrere Dimensionen: Es ist eine historische Grenze mit sich ständig ändernden Grenzlinien. Es ist eine politische Grenze, an der politische Machtspiele und gewaltsame Konflikte ausgetragen werden, aber auch Frieden geschlossen wird. Nicht zuletzt ist es auch eine soziale Grenze mit all seinen Kulturen, Religionen und Bräuchen. Um der Frage nachzugehen, was Europa an dieser Grenze trennt und verbindet, wurde das ENRI-East-Projekt ins Leben gerufen. Vier Regionen werden für eine Tiefenanalyse herangezogen. Diese vier Regionen werden gewöhnlich als die Baltische Region, Osteuropa, Mitteleuropa und das Karpatenbecken bezeichnet.

Die Stichprobe wird geschichtet, sodass die größeren Minderheiten (mind. 100.000 Vertreter), kleinen Minderheiten (weniger als 10.000) und mittelgroßen Minderheiten (20.00 bis 50.000) repräsentiert sind.

In einer Reihe von Case Studies werden die sozialen, kulturellen und politischen Komponenten des Alltagslebens von mindestens zehn ethnischen Gruppen untersucht. Durch die Auswahl (die Ziehung einer Stichprobe) der geographischen Schwerpunkte wird einerseits das statistische Gewicht einer Gruppe in europäischen Ländern widergespiegelt und andererseits die „westlichen“ und „östlichen“ teile des Europäischen Kontinents repräsentiert.

Das Projekt umfasst vier sich teilweise überschneidende Regionen:

  • Baltische Staaten (Estland, Litauen, Lettland, Gebiete im Norden von Polen und Grenzregionen Russlands zu den baltischen Staaten);
  • Osteuropa (Grenzregionen Weißrusslands, der Ukraine, Russlands, Polens, der Slowakei und Ungarns);
  • Mitteleuropa (Sonderfall Deutschland; im Falle von Co-Finanzierungen kann das Projekt geographisch ausgeweitet werden);
  • Karpatenbecken (Grenzregionen Ungarns, der Slowakei und der Ukraine).